Carola Etter-Gick
Carola Etter-Gick
Gemeinderätin und Kantonsratskandidatin

Tagesschulen in Winterthur? Hoffentlich bald!

Veröffentlicht am 04.06.2018 von Carola Etter-Gick | 2 Kommentar(e)

Tagesschulen liegen im Trend: Zürich und Winterthur denken darüber nach. Die Stadtzürcher Stimmberechtigten entscheiden am 10. Juni, ob weitere 30 Schulen als Tagesschulen geführt werden. Ein Pilotprojekt, das wesentlich auf freisinnige Initiative zurückgeht. Der Winterthurer Gemeinderat hat ein Postulat überwiesen, welches die Einführung des neuen Unterrichtmodells an mindestens einer Schule in jedem Schulkreis verlangt. Die FDP-Fraktion hat den Vorstoss aus voller Überzeugung unterstützt.

In einer Stadt wie Winterthur müssen wir solche zeitgemässen Lösungen, die vom neuen Volksschulgesetz notabene ohnehin gefordert werden, ins Auge fassen. Das Tagesschulmodell verschmilzt die Hortbetreuung mit dem Schulunterricht und bringt und aus meiner Sicht als berufstätige Mutter riesige Vorteile. Für Kinder und Eltern. An Tagen mit Nachmittagsunterricht bleiben die Schüler über Mittag in der Schule – vier Tage sollen es im Minimum von 8 bis 15 Uhr sein. Die Kinder erhalten eine ausgewogene Mahlzeit und werden von Fachpersonal betreut.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird zudem dadurch verbessert, dass die Kinder den Unterricht an den gleichen drei Wochentagen über die Primarschulzeit hinweg besuchen sollen. Damit entfällt das stete Umplanen in der Familie zum Schuljahreswechsel, was Ruhe für die Kinder und für die Eltern bringt und das Ausüben von Hobbys erleichtert.

Tagesschulen wären nicht nur für Familien von Vorteil, sie würden Winterthur als Standort für Unternehmen auch zusätzlich attraktiver machen. Denn die Wirtschaft ist auf Mütter und Väter als Arbeitskräfte angewiesen.

So wünschenswert Tagesschulen auch wären, einige Aspekte müssen noch genauer ausdefiniert werden.

Wir müssen die Kosten im Auge behalten. Die Einführung von Tagesschulen wird nur mit einer Anschubfinanzierung möglich sein. Aber man verspricht sich auch Effizienzgewinne und Kostenreduktionen. Dank den verkürzten Mittagspausen und der besseren Auslastung von Infrastrukturen während der Schul- und Mittagszeit werden Synergien genutzt und Betriebs – und Betreuungskosten gesenkt.

Der Besuch einer Tagesschule muss den Eltern etwas Wert sein. Der Mittagstisch muss mit finanzieller Beteiligung der Eltern durchgeführt werden. Dank verkürzter Mittagspause werden sich diese Kosten aber bestimmt reduzieren.

Das schulergänzende Angebot, welches die Betreuung von frühmorgens bis abends sicherstellt, soll wie bis anhin privat finanziert werden. Über die Ausgestaltung von subventionierten Betreuungsplätzen müssen wir uns Gedanken machen.

Eine Schule pro Schulkreis soll gemäss Postulat im Tagesschulmodell geführt werden. Davon sollen grundsätzlich alle Familien profitieren können, und der Besuch der Tagesschule soll auf freiwilliger Basis erfolgen. Wie die Stadt Winterthur die Zuteilung bewältigen oder vornehmen möchte, muss  noch geklärt werden.

Kommentare
Carola Etter-Gick
Vielen Dank für die Rückfrage! Die Eltern sollen sich wie haute an den Kosten für die Mittagsbetreuung beteiligen - resp. diese übernehmen. Da aber die ganze Klasse gemeinsam in der Schule isst, kann die Mittagspause verkürzt werden, was letztlich zu tieferen Betreuungskosten führt. Mich überzeugt dieses Konzept auch für die Kinder sehr: Sie essen mit ihren Gspändli, kriegen eine ausgewogene Mahlzeit und können nach dem Nachmittagsunterricht früher nach Hause gehen.
11.06.2018 16:48:00
Maria Jenzer
Dieser Satz verstehe ich nich ganz - vorallem der letzte Teil: "Der Besuch einer Tagesschule muss den Eltern etwas Wert sein. Der Mittagstisch muss mit finanzieller Beteiligung der Eltern durchgeführt werden. Dank verkürzter Mittagspause werden sich diese Kosten aber bestimmt reduzieren".
10.06.2018 10:50:30
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