Carola Etter-Gick
Carola Etter-Gick
Gemeinderätin und Kantonsratskandidatin

Welche Familien erhalten einen subventionierten Kita-Platz? Gemeinderat war (zu) grosszügig

Veröffentlicht am 28.06.2019 von Carola Etter-Gick | 0 Kommentar(e)

Am Montag hat der Gemeinderat die revidierte Kinderbetreuungsverordnung beraten – und für die Stadt und einen Grossteil der Eltern wesentliche Mehrkosten beschlossen. Die Kosten und Qualität der Kinderbetreuung im Vorschulalter sind der FDP wichtige Anliegen. Deshalb haben wir das Postulat, welches die Revision forderte, miteingereicht. Wir setzen uns ein für zahlbare und zugleich hervorragende Betreuungsangebote für die Kleinsten. Mit der neuen Tarifverordnung wurde das Elterneinkommen, welches zu einem subventionierten Krippenplatz berechtigt, vor knapp vier Jahren gesenkt. Nun hat der Gemeinderat das wieder geändert, um den Mittelstand zu entlasten. Aber in einer Weise, die wir nicht unterstützen konnten. Das steuerbare Einkommen, welches zu einem subventionierten Kita-Platz berechtigt, wurde von einer Ratsmehrheit auf 100'000 Franken erhöht. 

Das Grundanliegen geht in eine gute Richtung, aber es ist eine Frage des Masses. Die FDP hat sich für eine Einkommensgrenze von 90'000 Franken ausgesprochen, unterlag zusammen mit der SVP und der CVP jedoch. Meiner Meinung nach sollten nur diejenigen unterstützt werden, welche es wirklich brauchen. Diese dafür richtig, sodass in diesen Familien beide Elternteile einer beruflichen Tätigkeit nachgehen können, während sie ihre Kinder gut versorgt wissen. Zudem sprechen wir über geschätzte Mehrkosten von 2.5 Millionen Franken für die Stadt – Geld, das wir für andere Massnahmen wie beispielsweise die Einführung von Tagesschulen einsetzen könnten und sollten. Denn das bringt allen Eltern etwas und fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im viel breiteren Sinne.

Ebenfalls in der Kita-Verordnung wurde eine Neuregelung der Praktikumsstellen beschlossen. Neu dürfen Kindertagesstätten nur noch so viele PraktikantInnen einstellen, wie es im Folgejahr Lehrstellen zu besetzen gibt. Dieses Anliegen ist richtig. Es ist gut, dass junge Menschen nicht als schlecht bezahlte Arbeitskräfte ausgenutzt werden dürfen. Allerdings bieten ihnen Praktika auch die Möglichkeit, einen Beruf kennen zu lernen. Und über die Qualität der Betreuungsleistung urteilen Eltern am allerkritischsten, denn Ihr Kind ist ihnen das Liebste. Hierfür bräuchten wir keinen neuen Verordnungsartikel. Zudem wird sich dies direkt auf die Betreuungstarife auswirken – und somit auf die Kosten für die Eltern.

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