Carola Etter-Gick
Carola Etter-Gick
Gemeinderätin und Kantonsratskandidatin

Elternzeit statt Frauenquoten

Veröffentlicht am 20.03.2019 von Carola Etter-Gick | 0 Kommentar(e)

An seiner letzten Sitzung hat der Grosse Gemeinderat die Motion „Zielvorgaben für ausgewogene Vertretung der Geschlechter im Kader“ sowie den nun vorliegenden stadträtlichen Bericht beraten. Die FDP teilt die Zielsetzung: Auch wir wollen eine starke Frauenvertretung im Kader. Eine höhere Frauenvertretung in Führungsgremien ist aus betriebswirtschaftlicher und aus organisationskultrueller Sicht sinnvoll. Ziele in Form von Zahlen nützen nach Ansicht der FDP aber nichts. Deshalb haben wir uns gegen eine Erheblicherklärung der Motion ausgesprochen.

 

Frauen sollten keine Quoten fordern, denn sie lösen ein viel tiefer greifendes Problem nur scheinbar. Vielmehr sollten wir dafür kämpfen, dass das nötige Umdenken in unserer Gesellschaft stattfindet. Die Politik kann dieses Umdenken durch Massnahmen in anderen Bereichen fördern. Ich denke hier an die weitere Deregulierung für KiTas oder an die Einführung von Tagesschulen, sodass Mütter und Väter als Arbeitskräfte selbstverständlich werden.

 

Zudem würde ein Ersatz des Mutterschaftsurlaubs durch eine Elternzeit helfen. Für diese Lösung hat die FDP in Bundesbern gekämpft, aber wegen eigenen Anliegen haben die linken Kreise den Kompromiss nicht mitgetragen. Nun will die Zürcher SP mit einer kantonalen Volksinitiative je 18 Wochen obligatorischen Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub fordern. Damit kommen wir nicht weiter, wir brauchen mehrheitsfähige Vorschläge.

 

Zurück zur Quotenfrage in der Stadtverwaltung: Der Stadtrat hat mit der Diversitystrategie schon viel unternommen. All das passierte auf freiwilliger Basis. So soll es auch fortan geschehen. Keine der drei Umsetzungsvarianten aus dem Bericht des Stadtrats scheint uns zielführend. Wenn, dann teilt die FDP die Ansicht des Stadtrats, dass möglichst viel Flexibilität geboten ist, und dass das mit der Variante 2 wohl am ehesten möglich wäre. Aber auch sie bringt in der Umsetzung zu viel Bürokratie. Und wir betreiben Symptombekämpfung, statt das Problem an der Wurzel anzupacken.

 

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